Ein falsches Ersatzteil – am Rande der Verzweiflung

Bevor Sylvie und Sara mich besuchen kamen brachte ich einen Bestellmarathon hinter mich. Neben einem Wiedersehen war das auch eine Chance an gute Fahrradteile zu kommen. Viele Teile sind in Lateinamerika überhaupt nicht zu bekommen.

Eines der wichtigsten Teile die sie für mich dabei hatte, war eine stabile neue Felge samt Nabe und Speichen für ein neues Hinterrad. Felgen sind Verschleißartikel und geben je nach Qualität, Einspeichung, Laufleistung, Pflege und Gewicht des Rades samt Fahrer irgendwann früher oder später den Geist auf.

Ich hatte also eine Ryde (Rigida) Andra 30 Felge in schwarz mit 36 Loch * (dachte ich – siehe unten) und 26 Zoll bei einem auf Radreisen spezialisierten Laden (Meilenweit in Berlin) im Internet bestellt. Das ist meistens stressfrei, schnell und zuverlässig.

Die Andra und Sputnik Felgen von Ryde werden von vielen Reiseradlern bevorzugt, weil sie sehr stabil sind. 36 Loch ist Standard, je mehr Speichen, desto stabiler das Laufrad. Zusammen mit einer neuen Shimano Deore XT Nabe und DT Swiss Alpine III Speichen sollte das ein bombenstabiles Laufrad werden, was mich durch entlegenste Gebiete bis ans Ende der Welt tragen sollte.

Quito-021

Aaron in der Werkstatt

Am letzten Samstag wollte ich dann endlich mein neues Laufrad bei Aaron, einem anderen Radreisenden, bauen. Er arbeitet in der Fahrradwerkstatt von Tatoo Outdoor in Quito und dort gibt es neben gutem Werkzeug auch einen guten Zentrierständer.

Voller Vorfreude packte ich meine Teile aus, breitete sie auf der Werkbank aus und fädelte die Speichen ein, aber irgendwas stimmt nicht…

Aaron meinte nach kurzer Zeit, dass es eine 32-Loch Felge sei. Ich zählte dreimal nach und konnte es nicht fassen. Tatsächlich hat die Felge nur 32 Löcher. Sie ist für mich völlig unbrauchbar.

Der Samstag war für mich gelaufen. Sylvie hat die Felge umsonst mitgebracht, ich war ziemlich demoralisiert und hatte am Wochenende das erste Mal an Aufgeben gedacht.

Heute habe ich Meilenweit ein E-Mail geschrieben. Ich bin gespannt was passiert und werde berichten.

————————————————————————————————

* Ich muss mich korrigieren. Die Bestellung ist schief gelaufen. Obwohl ich mir Zeit bei der Bestellung gelassen habe und normalerweise sehr gründlich bin, habe ich wohl übersehen, dass es eine 32- Loch Felge war. Die Angabe 32 Loch war allerdings nach meiner Ansicht nicht sehr deutlich sichtbar und erst weiter unten angegeben, so dass man es leicht übersehen kann. In einem E-mail, was ich unmittelbar nach der Bestellung im Onlineshop schrieb, habe ich extra nochmal betont, dass ich eine 36 Loch Felge bestellt hatte. Das wurde wohl von Meilenweit übersehen bzw. wurde nicht beachtet. In der Bestätigungs- E-mail von Meilenweit stand leider nur 26 Zoll Felge schwarz, so dass mir der Fehler nicht auffallen konnte.

Fazit: Eine so wichtige Angabe wie die Lochzahl sollte meiner Meinung nach weiter oben im Text stehen. Das kann man besser gestalten, vor allem wenn 36-Loch Standard ist und fast alle Reiseradler mit 36 Loch-Felgen fahren (Außer sie haben eine Rohloff Nabe). Dumm gelaufen!

Fairerweise hat mit Meilenweit 15 € Rabatt bei einer Neubestellung angeboten. Der Versand nach Ecuador kostet jedoch alleine schon 44 €. Mit der Felge und eventuell noch Zoll obendrauf ist man schnell bei 80 – 100 €. Ich muss mir jetzt überlegen, ob ich in den sauren Apfel beiße und die Felge nochmal bestelle, es riskiere mit meinem alten Laufrad weiterzufahren oder ob es eine andere Lösung gibt.

Bis ich wieder in Quito bin habe ich noch etwas Zeit.

2 Gedanken zu “Ein falsches Ersatzteil – am Rande der Verzweiflung

  1. Pingback: Auf der Flucht | VELOMERICA

  2. Noch nichts von Meilenweit gehört. Das ist aber peinlich für den Laden. Ich hatte 2011 auch Blut und Wasser geschwitzt bei der letzten Teilebestellung und musste dann ohne die damals neuen Reisereifen (Mondial EVO) und Pedale (XT T780) los. Die Reifen habe ich mir nach Südamerika schicken lassen und die Pedale erst in Deutschland nach der Rückreise genutzt. Meine Knie nehmen mir das heute noch übel da die alten Pedale 15 Jahre auf dem Buckel hatten.

    PS: Hatte Glück, meine uralten SUP Ceramic von Mavic haben mich ohne Speichenbruch und Acht 8,5 Monate kreuz und quer durch Peru und Bolivien getragen. Mit teilweise 60kg (Rad u. Gepäck).

    Viel Glück und Spaß bei der Reise.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.