3 Jahre / años / years

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Hier kommt der obligatorische Jubiläumsartikel.

Vor drei Jahren bin ich in Anchorage gestartet. Gedacht habe ich, dass ich in 18-20 Monaten wieder zu Hause bin. Ich weiß noch genau, als ich im Yukon an der Grenze zu British Columbia Casey, einen Radfahrer aus Oregon, traf der drei Jahre unterwegs war. Damals noch nicht lange unterwegs, konnte ich mir gar nicht vorstellen so lange unterwegs zu sein, fand ich irgendwie schräg. Nun bin ich selbst seit drei Jahren unterwegs, das Nomadenleben ist für mich Alltag geworden.

Vor zwei Jahren fuhr ich mit Nathan (velofreedom) durch Mexico. (Er ist übrigens verschollen bzw. hat vorübergehend/dauerhaft in Panama aufgehört zu radeln?) Damals hatte ich meine Brille im Restaurant liegenlassen und wir wurden von einem lokalen Fernsehsender interviewt.

Letztes Jahr war ich in Kolumbien und habe in Cartagena das 2-jährige im „Ciudad Movil“ gefeiert.

Seit drei Tagen bin ich zurück in Kolumbien und heute wieder im schönen Salento im Herzen der Kaffeezone. Ein einerseits gutes Gefühl andererseits auch etwas frustrierend, da die meisten Radfahrer, die ich zuletzt getroffen hatte schon in Peru sind. Nun ja meine Prioritäten haben sich anscheinend verschoben und ich war ja auch eine Weile in Galápagos, was sich die meisten nicht gegönnt haben. Vielleicht liegt es aber auch an meinem harten Rennsattel, dass ich immer weniger Radfahrtage habe?

Am Dienstag verließ ich das Casa Helbling in Quito – eines der besten Hostels muss ich sagen. Es fiel mir schwer, vor allem wenn alles was danach kommt wieder schlechter ist. Aber wenn man was erleben oder erreichen will, muss man seine Komfortzone verlassen.

Drei Tage Busfahrt und massenhaft übelste Trash-Filme habe ich hinter mir. Im letzten Bus sah ich den schlechtesten Film meines Lebens, mutierte Riesenkrokodile attackieren amerikanische College-Kids. Was ein Scheiß!!!

Am ersten Tag bin ich bis Las Lajas gekommen, einem bekannten Wallfahrtsort in Kolumbien. Las Lajas liegt bei Ipiales kurz hinter der Grenze und sozusagen auf dem Weg. Die beeindruckende neogotische Kirche integriert eine Felswand und ist über eine Schlucht inmitten einer üppigen, reizenden Landschaft gebaut.

Santuario de las Lajas

Santuario de las Lajas

Die zweite Nacht habe ich in Popayan verbracht. Da ich erst um Mitternacht ankam und um 8 Uhr morgens schon wieder im Bus saß, konnte ich nicht viel sehen. Dort komme ich aber nochmal vorbei.

Am dritten Tag Busfahrt bin ich dann nach weiteren sieben Stunden Busfahrt ziemlich platt am Ziel in Salento angekommen. Zum Glück muss ich jetzt für eine Weile keinen Bus mehr fahren. Nach Feiern war mir am Jubiläumstag nicht zu Mute. Mit Ilse und Martina, die ich im Bus kennen gelernt hatte, waren wir Pizza essen und anschließend einen guten Kaffee trinken.

Jetzt bin ich endlich wieder bei meinem Rad, was nun ziemlich eingestaubt ist und über drei Monate auf mich gewartet hat. Hier im „Plantation House“, war es nebst einem Großteil meiner Sachen, gut aufgehoben.

Wie geht es weiter?

In ein paar Tagen möchte ich wieder auf dem Rad sitzen und mich wieder an den Tourenmodus gewöhnen. Ich habe das Radfahren ziemlich vermisst.

Ein paar Dinge gibt es noch zu organisieren, bevor es weitergeht. Unter anderem muss ich mein Rad klar machen, zwei Artikel schreiben und die Fotos hochladen. Einen Teil meiner Sachen habe ich bei Santiago im Casa de Ciclista in Tumbaco gelassen. Ich habe also ein paar Kilo weniger, zumindest bis Tumbaco (bei Quito), zu schleppen. Und auf meine neuen Rahmentaschen bin ich auch gespannt. Davon gibt es auch noch Fotos.

Mein Weg führt mich in der kommenden Woche südlich durch das Valle de Cauca über Buga nach Cali, Stadt der hübschen Frauen und des Salsa.

Von Cali geht es nach Popayan, der weißen Stadt. Von dort wieder über die Zentralkordillere nach San Augustin und dann über Mocoa zur Grenze nach Ecuador. Zum Glück ist es von Salento bis Cali erst mal relativ flach, so dass ich mich langsam wieder in Form bringen kann, bevor es dann wieder richtig zur Sache geht.

In Quito möchte ich mir übrigens eine Arbeit suchen und ein Weilchen dort bleiben, wenn es klappt. Patagonien ist dann Ende 2014 angepeilt, wo dort dann Sommer ist.

(Angaben sind jedoch ohne Gewähr)

Ein Gedanke zu “3 Jahre / años / years

  1. Hola Jens, còmo estas?, me parece sùper que estes de regreso a Colombia, disfruta San Agustìn.
    Tengo algunas preguntas sobre hospedajes en Pasto, Ipiales, Quito y Ecuador, vamos de vacaciones a esas ciudades y quisiera saber si me puedes dar los datos de los hostales que conoces allà.
    Un abrazo fuerte, saludos de Juan y Daniel.
    Espero tu respuesta y fotos de galapagos.
    Clelia

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