Cali – Stadt des Salsa und die heißen

neuen Rahmentaschen von Revelate Design.

Von Salento bis Cali mit neuer Ausrüstung, netten und schrägen Begegnungen

Ich habe es in Salento nicht mehr ausgehalten und musste weiterfahren ohne den versprochen Bericht und die Bilder von Galapagos zu veröffentlichen. Im Plantation House, wo sie netterweise meine Sachen die ganze Zeit aufbewahrt haben habe ich mich nicht sehr wohlgefühlt, bin aber aus Loyalität dort geblieben. Das lag zum einen daran, dass dort ein hoher Durchlauf an Travellern war. Ein ständiges Kommen und Gehen. Das ist der Nachteil von Hostels die im Lonely Planet Reiseführer stehen. In einer Nacht feierte eine 10-köpfige Gruppe direkt neben unserem Dorm einen lautstarken Spieleabend mit Alkohol bis tief in die Nacht. Mir ist dann irgendwann der Kragen geplatzt und ich habe dem Gelage ein Ende gesetzt. Zusätzlich hatte ich in den letzten Tagen noch zwei extreme Schnarchnasen als Zimmergenossen und ich dummerweise meine Ohrstöpsel verloren. Dann war das Hostel auch schon etwas in die Jahre gekommen und teilweise etwas ungepflegt.

Nichts wie weg hier war mein Gedanke.

Vor der Abreise musste mal wieder alle meine Klamotten waschen, die so lange gelagert waren. Sie hatten einen unangenehmen Kellergeruch und Schimmelsporen. Mein Fahrrad, die Radschuhe, Helm und alle Taschen habe ich auch gereinigt, alles war ziemlich verdreckt.

Die neuen Taschen von Revelate Design

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Die neuen Revelate Taschen (أسود)

Bei Axel mit dem ich ab Bogotá ein Stück gefahren bin sah ich die Taschen zuerst und mein Gedanke war nur: „Die will ich auch haben.“Die Revelate Taschen werden in Alaska hergestellt und sind problemlos im Internet bei Veloista in der Schweiz zu bestellen. Hier hat die Bestellung einwandfrei funktioniert und ich muss sagen ich bin wirklich sehr zufrieden. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Veloista und Sylvie die mir die Taschen nach Ecuador mitbrachte.

Neben zusätzlichem Stauraum haben Rahmentaschen den Vorteil, dass das Gewicht gut verteilt im Rahmendreieck liegt. Optimal, um schwere Dinge zu transportieren. Für mich eine gute Gelegenheit meine prallgefüllten Satteltaschen etwas zu entleeren und Gewicht vom Hinterrad zu nehmen.

Auch konnte ich so die kleine Satteltasche loswerden, die sowieso unpraktisch war. Dafür habe ich jetzt mein Werkzeug und einen Ersatzschlauch im „Gas Tank“, der Tasche auf dem Oberrohr.

Das einzige was ich noch ändern muss ist einen neuen Platz für mein E-Werk und die Flaschenhalter zu finden, da nicht mehr genug Platz ist, um gut an die Trinkflaschen zu kommen. Auch bedarf es einer neuen Lösung für meine Alupumpe die mir auch als Schlagwaffe, meist für angriffslustige Hunde, galt. Sie war vorher unter dem Oberrohr montiert und während der Fahrt gut zugänglich für Notfälle.

Endlich weg, nette Begegnungen und Polizeikontrolle

Nach stundenlangem Vorbereiten, Montage der Rahmentaschen, alle Taschen neu packenmeine Pumpe musste ich vor der Abfahrt auch noch reparierenverließ ich nachmittags um 14:30 Uhr Salento mit unbekanntem Ziel. Hauptsache weg! Ich war froh nach über drei Monaten wieder auf dem Rad zu sitzen und mir den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Weg von den Massen, von den alles auf Touristen zugeschnittenen Ort, in die Dörfer wo sonst nur wenige Fremde hinkommen. Das was eine Radreise unter anderem ausmacht und ihr die Würze gibt.

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Villa María Luisa bei La Tebaida

Am ersten Tag kam ich nur 38 km weit. Es war einfach zu fahren und ging hauptsächlich bergab. Das Fahrverhalten meines Rades ist nun deutlich besser. Eine Weile fuhr ich an einem Fluss auf einem Schotterweg entlang, die Eje Cafetero mit ihren steilen Hängen ist immer wieder faszinierend. Ich landete kurz vor La Tebaida bei einer netten Familie, die Cabañas vermieten. Ein wunderschönes gepflegtes Anwesen sogar mit Pool. Es kostete zwar etwas mehr (2 ), als ich ausgeben wollte, aber nach den letzten Tagen hatte ich mir etwas besseres verdient. Ich hatte eine Cabaña für mich, alles tip-top, welch Wohltat. Ich muss nicht immer in den letzten Bruchbuden mit Spinnweben, kaputten Türen und Funzelbeleuchtung absteigen. Ich durfte sogar die Küche benutzen und was leckeres kochen.

Am kommenden Tag wollte ich bis Buga kommen, was 100 km weiter war. Ich hatte eine Einladung von David, einem Warmshowers-Mitglied. Eine lange Strecke dafür dass ich ziemlich außer Form war. Aber es war zumindest flach und der Verkehr hielt sich auch in Grenzen. Ich kam jetzt bald in das warme Valle de Cauca, der Ebene zwischen der zentralen und der westlichen Kordillere die Kolumbien bis Ecuador durchtrennt. In Bugalagrande, einem sympatischen Ort an einer stillgelegten Bahnstrecke legte ich eine Pause ein. Ich warf einen Blick in die Kirche und kam mit einem älteren Mann ins Gespräch. Zum Abschied küsste er mir die Hand.

Kurz später kam ich noch in eine Verkehrskontrolle oder so ähnlich.

Der freundliche Polizist wollte alles mögliche von mir wissen, Beruf, wie lange ich in Kolumbien bin, wo ich hinfahre etc..Zum Schluss kam dann noch die Frage wie mir Kolumbien gefalle und ich die Frauen fände. Ich musste schmunzeln, eigenartige Verkehrskontrolle, aber die Kolumbianer sind immer für ein Gespräch zu haben und vieles wird hier relativ locker gesehen.

Am späten Nachmittag kam ich in Buga an. David holte mich an einem Platz ab und wir fuhren zu ihm und seiner Familie. Ich war ziemlich platt, mein Hintern, der Nacken und mein Knie schmerzten etwas und ich spürte die 100 km schon sehr in den Beinen. Im Haus wurde gerade renoviert und alles war etwas staubig, aber dafür waren alle umso netter und ich verbrachte eine gute Zeit bei David. Ich blieb einen Tag länger und wir waren Samstags noch im Fluss baden.

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Religiöse Hilfsmittel

Buga ist eine schönes Städtchen und bekannt für seine Basilika. Hier hatte ich in einer anderen Kirche wieder eine spezielle Begegnung. Eine Frau sprach mich an und fragte, ob ich in Deutschland für ihre Tochter und ihr Enkelkind beten kann. Sie hatte viel erzählt und nebenbei etwas Mundgeruch. Ich habe nicht allzuviel verstanden, auch auf die Frage welche Heilige denn in Deutschland zuständig sei musste ich passen. Sie hat mir dann noch haufenweise Broschüren, Heiligenbildchen, eine Medaille sowie ein Öl zum Beten mitgegeben. Auch ein improvisiertes Vater Unser konnte ich mir noch abringen. Als sie dann noch wollte, dass ich ein Gebet abschreibe, war es mit meiner Geduld dann doch vorbei und ich habe mich dankend verabschiedet. Ein Foto habe ich ihr zuliebe noch gemacht. Wenn sie glaubt dass es hilft, dann gut.

Angekommen in Cali

Sonntags fuhr ich dann bei warmen 35 ° C weiter nach كالي, der drittgrößten Stadt in Kolumbien. Es war zum Glück nicht viel Verkehr und ich hatte mir eine sichere Route für mein GPS erstellt die mich in den Stadtteil San Antonio bringt, in dem ich mir ein Hostel ausgesucht hatte. Auch in كالي gibt es Gegenden, in die man sich besser nicht begibt.

Hier finden gerade die World Games statt und es sind Athleten aus der ganzen Welt zu Gast. كالي ist die Stadt des Salsa und nach den World Games fängt in Kürze auch noch das Festival des Salsa an. Eigentlich hatte ich ja vor nur eine Woche hier zu bleiben, aber mal schauen was das mit dem Salsa noch so auf sich hat.

Ich werde zumindest ein paar Stunden nehmen – Salsa Caleño Style.

One thought on “Cali – Stadt des Salsa und die heißen

  1. hi bro,

    ist ja lustig mit dem Verkehspolizisten……

    bis bald yo sis

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