2011 und meine Begegnung mit dem amerikanischen Gesundheitssystem

Ein frohes neues Jahr allen Lesern.
Leider gibt es bei mir wenig positives zu berichten, da ich seit einer Weile unfreiwillig in San Francisco feststecke. Nach einer längeren Pause hier, habe mir einen hartnäckigen Infekt eingefangen und bin deshalb seit Weihnachten nicht in der Lage weiterzufahren. …Ins Neue Jahr habe ich mich sozusagen punktgenau als es am Times Square 12 Uhr war, reingekotzt, am eigentlichen Neujahr lag ich dann wieder im Bett. Zum Glück bin ich bei den besten Gastgebern, die man sich nur wünschen kann.

Ron und Victoria sind absolut gelassen und machen mir meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich, von daher bin ich unendlich dankbar, dass ich hier sein kann. “You are the best!!!” Sie sollten lebenslanges, weltweites kostenloses Übernachten bekommen.

Ich hatte neben den üblichen Touriplätzen in SF, die man so besucht, vieles kennengelernt wie z.B Crabbing, Poker, Bars, etc.. Crabbing ist sehr interessant, da man hierbei Kontakt zu Leuten aus allen Schichten bekommt und das ist immer besonders spannend.

Aber darum geht es ja beim Reisenman überschreitet innere und äußere
Grenzen und hat mit Leuten zu tun, mit denen man sonst nichts zu tun hat (haben will). Im Idealfall führt das zu mehr Toleranz und einer gegenseitigen Bereicherung.

Nachdem sich mein Infekt zwar etwas gebessert hat, aber ich mich diese Woche immer noch nicht fit genug fühle weiterzufahren und zudem meine Aufenthaltsgenehigung am 16.1. abläuft, beschloss ich einen Arzt aufzusuchen. Nach einigen Telefonaten und endlosen telefonischen Befragungen, konnte ich dann zur UCSF in die Walk-in Clinic (städtisches Krankenhaus) gehen und einen Termin machen. (1000 Dank an meine lieben E-Mail Berater)

Allerdings konnte ich den Arzt erst sehen, nachdem ich unglaubliche $ 422 bezahlt habe. Das hat mir erstmal einen Schock versetzt. 422 Dollar für eine 15-minütige Untersuchung das gibts doch gar nicht, ist aber traurige Realität. Ich hoffe, dass ich das von meiner Krankenversicherung erstattet bekomme, es ist einfach so irreal. Deshalb können sich so viele Leute hier, obwohl sie arbeiten gehen, keine Versicherung leisten, die Beiträge sind einfach wahnsinnig hoch. Ich war bei einigen Leuten zu Gast, die aus diesem Grund nicht krankenversichert sind.

Mich wundert es nur, dass so viele an diesem kranken System festhalten wollen und sich gegen eine Reform wendenLeute geht auf die Barrikaden!
Ich bleibe noch solange in SF, bis es mir besser geht und habe noch die Aufgabe mich mit dem DHS, dem Department of Homelandsecurity, auseinanderzusetzen, um meinen Aufenthalt verlängert zu bekommen.

Darauf bin ich gespannt, aber das ist eine andere Geschichte.