Clint Eastwood oder Lagerfeuer

… das waren die zwei Möglichkeiten meinen Abend zu gestalten. Ich bin ziemlich spät in Monterey mit prall gefüllter Provianttasche gestartet und habe mich dann wider alle Vernunft für den 17-Mile Drive entschlossen, der ein ziemlicher Umweg ist, dafür aber wunderschön.

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Entlang der Küste passierte ich immer größer werdende Villen, Golfplätze, dann Pebble Beach mit recht hohem Schnöselfaktor und dann das malerische Carmel, wo Mr. Eastwood wohnt. Er hat 1986 eine Ranch gekauft, sehr aufwendig restauriert und nun ist es ein Restaurant, Bar und Hotel – die Mission Ranch, wo er manchmal anzutreffen ist. Das habe ich mir auch noch kurz von außen angesehen und dann musste ich wegen drohender Dunkelheit weiterfahren, bin aber nur wenige Meilen weit gekommen und der nächste Zeltplatz wäre einfach zu weit gewesen.

Deshalb habe ich außerhalb von Carmel an einer Tankstelle nach einer Übernachtungsmöglichkeit gefragt und Lennart. der von meinem Trip sehr angetan war, hat mich kurzerhand an Jim vermittelt, der hier wohnt und so hatte ich innerhalb von 5 Minuten einen Zeltplatz in seinem Garten. Jim hat mir Feuerholz gegeben und mir gesagt, ich könne ein Lagerfeuer machen, wenn ich Lust habe.

Nachdem ich mir was gekocht hatte und nach kurzem Überlegen, beschloss ich aber die 6 km zurück nach Carmel zu fahren und in der Mission Ranch einen Wein zu trinken. Nach kurzem Überlegen, ob meine graue Trekkinghose, die ich seit einem halben Jahr trage, und meine Radjacke, dem Upperclass-Dresscode in Carmel entspricht, fuhr ich dann etwas aufgeregt los und kam nach ca. 15 Minuten dort an.

Auf dem Klo habe ich mich dann erstmal etwas gerichtet und dort gleich einen netten Typen kennengelernt – OK ein merkwürdiger Ort jemanden kennenzulernen, aber egal. Ich habe mich dann an die Bar gesetzt, meinen Wein bestellt und hatte nette Unterhaltung, Klaviermusik, etc. Der Pianist, Gennady Loktionov, ein sympathischer Typ, hat übrigens die Musik für „Million Dollar Baby“ arangiert.

Vertieft in mein Gespräch sagt mein Nachbar in einem Nebensatz: „ Da drüben ist Clint“ und tatsächlich stand er am anderen Ende der Bar und hat sich unterhalten. Wow – ich habe mich dann weiter unterhalten und später nochmal rübergeschaut, da war er aber auch schon wieder weg.

Der Abend war sehr lustig, mein Gesprächspartner wurde ans Klavier gebeten, hat noch zwei Lieder zum besten gegeben und die meist älteren Herrschaften haben gepflegt abgegroovt.

Nicht zu spät, bin ich dann gegangen, habe dem Klavierspieler gewunkener zurück gewunken -und bin dann „nach Hause“ zu meiner Nylonvilla gefahren.

Ein netter Abend!