Schlaflose Nächte II vs. La Feria

Neben einigen angenehmen Seiten die eine Unterkunft im Hostel mit sich bringen, gibt es auch handfeste Nachteile, vor allem wenn man in einer Gemeinschaftsunterkunft schläft.

Eines Nachts kam ein offensichtlich angesoffenes Pärchen um 2:30 nachts in das Dorm und kletterte in das Etagenbett über mir. Na super! Ich wurde natürlich wach und war dann entsprechend schlechtgelaunt, da es wohl klar war, was die beiden vorhatten.

Ich muss das jetzt mal in aller Deutlichkeit sagen: Wer ficken will, soll sich gefälligst ein Einzelzimmer nehmen oder es sonstwo treiben, aber nicht in einer Massenunterkunft!!!

Außerdem bekommt man im Etagenbett jede Bewegung mit. Ich habe dann erstmal auf Englisch geflucht (mein Spanisch ist noch zu schlecht) und der Typ hat es wohl verstanden. Das hat dazu geführt, dass die beiden sich nicht bewegten und ruhig waren. Allerdings hat der Typ dann nach ca. 5 Minuten dermaßen angefangen zu schnarchen und zu röcheln, dass an Schlaf nicht zu denken war. Es hörte sich an, wie wenn man eine Herde Meerschweinchen erwürgt.

Nach einer erfolglosen Beschwerde beim Nachtportier zog ich dann um 5 Uhr in ein anderes Zimmer.

Die folgende Nacht war dann auch nicht viel erholsamer. Meine deutschen Zimmerkollegen kamen nachts rotzbesoffen nach Hause. Der eine, der über mir schlief, war überhaupt nicht ansprechbar und gerade noch in der Lage in sein Bett zu klettern. Nach ein paar Minuten hörte ich nur, dass er anfing zu kotzen. In diesem Fall ist die Schwerkraft dein Feind und das untere Bett klar ein Nachteil. Na toll, dachte ich mir, schnappte meine Sachen und legte mich im Nachbardorm in ein anderes Bett.

Vielleicht ein Zeichen weiterzuziehen, ich war ja lange genug in Zacatecas?

Nach einem langem, warmen Radtag und 120 km bin ich dann in Aguascalientes bei meinem Couchsurfing Gastgeber Luis untergekommen und hatte endlich mal wieder ein paar ruhige Nächte und ein Einzelzimmer. In Aguascalientes lief gerade „La Feria“La Feria das größte Fest Mexikos mit einer acht Kilometer langen „Theke“, einem wahnsinnigen Polizei-, und Militäraufgebot, Unmengen von Menschen, Ständen, Musik. Das Konzentrat von Mexiko in einer Stadt im Zeitraum von vier Wochen.

Unter der Woche erträglich, aber am Wochenende einfach zu viel für mich. Da ich eine Erkältung habe, ist mir sowieso eher nach „tranquillo“. Es ist hier schon eine Ecke wärmer als in Zacatecas, die Luft ist sehr trocken und es ist auch nachts noch ziemlich warm. Luis ist Fotograf und ich konnte bei einigen Fotoshoots von Quinceañeras dabei sein und assistieren, was sehr interessant war. Wenn die Mädels 15 岁月 (Quince años) alt und damit zur „Frau“ werden, gibt es ein Riesenfest und im Vorfeld oft ein Fotoshooting, Makeup, Extrakleid, etc. – kurzum, es wird ein ziemlicher Aufwand betrieben. Wer Fotos sehen will kann dies hier unter: Impacto Visual

Wegen meiner Erkältung musste ich eine Zwangspause einlegen aber bald geht es wieder weiter.

Lied des Monats: Molotov: Puto