Unendliche Mosquitoschwärme und ein netter Laden

Nach einem zähen Start habe ich ein längere Pause bei Posty’s in Sinona Creek eingelegt. (Моя 345, Tok Cutoff Hc01 # 2, Glennallen, AK 99588)

Jason (coolest storeowner I met so far), der Besitzer des Ladens ist ein sehr sympathischer Typ und seine Großeltern kamen aus Frankfurt. Er hat eine gute Auswahl an Dingen, die man gebrauchen kann und so habe ich mich endlich mit Mosquitospray ausgestattet, da die Viecher mittlerweile die absolute Pest sind.

Besonders seit ich aus den Bergen in eine weite Tundraebene gekommen bin, sind sie teilweise unerträglich.

Nach einer Weile kamen zwei andere Radfahrer vorbei und hielten an, weil sie mein Rad sahen. Laura und Erich aus Oregon fahren auch nach Argentinienwie praktisch!

So beschlossen wir bei Jason zu übernachten und am nächsten Tag gemeinsam weiterzufahren.

Laptop und Lagerfeuer

so 1.8.10

Heute nacht hat es geregnet, die Motivation weiterzufahren war heute morgen bei Waschküchenwetter und dichter Wolkendecke gering, also genoss ich ein ausgiebiges Frühstück in der Grand View Holzhütte bei Sheep Mountain.

Nach einer Weile und längerer Zeit am Rechner klarte es auf und der Tag war phantastischendlich freien Blick auf die Berge, die uns umgeben. Vom Campingplatz aus hat man in alle Richtungen eine geniale Sicht. Ich beschließe noch einen Tag zu bleiben und kleine Wäsche zu machen.

Hatte einen netten Abend mit meinen Zeltnachbarn Ken und Kate, die mit dem Motorrad unterwegs sind. Die Leute hier sind generell sehr hilfsbereit.

Sitze gerade mit dem Netbook am Lagerfeuermoderne Lagerfeuerromantik, wärmt und hält die Mücken vom Leib (meistens)

Unendliche Weiten

Samstag, 31.7.10

Ein anstrengender Tag mit 1500 Höhenmetern und teilweise deftigen Steigungen auf dem Glenn Highway liegen hinter mir. Nach 80 km Fahrt gönnte ich mir mal wieder eine Dusche und einen Aufenthalt auf dem
Campingplatz bei Sheep Mountain. Meine Campingnachbarn haben brauchen kein Bärenspray, sie tragen beide ein Holster mit einer fetten Wummeerstmal etwas ungewohnt, sind aber super hilfsbereit und sympatisch.

Da es hier erst um 12 Uhr richtig dunkel wird, muss man sich abends nicht mit der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit beeilen und kann sein Zelt ohne Taschenlampe aufbauen.

Die Belohnung für die Anstrengung sind atemberaubende Landschaften und hinter jedem Berg bringt die Natur wieder eine neue Überaschung hervor.

Alaska ist wunderschön!!!

Hot Rods und Psycho

Freitag 30.7.10

Ein Stop bei einem Autohändler mit Wahnsinnsgefährten. Ich halte an und komme mit einer Gruppe Oldtimerfans, die hier auch halten ins Gespräch. Der Besitzer dieses Oldtimerschrottplatzes, ein kauziger älterer Typ mit speckiger Baseballkappe, Vollbart und verblichenen Tattoos fragt mich: Are you French? doesn´t like french
Nachdem ich sagte, dass ich aus Deutschland komme, sagte er mir: OK, you can stay. Der Mann hat klare Wertvorstellungen, was auch schon das Sara Palin Poster an seinem Gebäude aussagt. Und wer weiß, dass in USA Privateigentum heilig ist, der zweifelt auch nicht daran, dass der Typ von seiner Waffe Gebrauch macht, um das durchzusetzen.
Nachdem die Oldtimerfans abgerauscht waren und ich auch gehen wollte kam ich doch noch mit ihm ins Gespräch. Sein Name ist Ron Fellman und seine Großeltern sind Ende des 19. Jh. nach Alaska ausgewandet. Die Einwanderungsbehörden haben ihnen dann ein weiteres N vom Nachnamen weggenommen, das hat er aus alten Briefen erfahren, die er irgendwann gefunden hat.

Ich verabschiede mich dann mit einem Händedruck und Ron wünscht mirGood Luck and take care”, warnt mich noch vor den Mexikanern und weiter gehts. Продолжить чтение

Meine erste Einladung

Donnerstag 29.7.10
AnchorageEagle River auf dem Glenn Highway

Meine erste Einladung zum Übernachten.

Peter, ein leidenschaftlicher Radfahrer, der mich von der Straße gesammelt hat, lud mich spontan zum Übernachten ein. Haben dann ein leckeres Essen bei ihm auf der Veranda mit meinem Kocher zubereitet.

Prima. thank you Peter

Meine erste Einladung

SewardAnchorage

Mittwoch 28.7.10
Leichte Nachwirkungen spürend nach der gestrigen Exkursion in die Yukon Bar, fahre ich abends mit dem Zug zurück von Seward nach Anchorage.

Habe sehr nette Leute im Moby Dick Hostel kennengelernt.

Die Zugfahrt ist phantastisch und man kann vom Zugende rausschauen und die Landschaft bestaunen. Beste Zugfahrt meines Lebens!

Die $ 75 waren gut angelegt.

Regen, Regen, Regen

nachdem ich gestern in Girdwood gestartet bin, fuhr eine Gruppe Radfahrer an mir vorbeihabe mich dann gleich mal in den Windschatten gehängt und so die ersten 20 km Gegenwind zumindest etwas abgemildert. Zufällig fuhr auch Britta mit, eine Deutsche, die seit 7 Jahren hier lebt. Sie hat mich dann aufgeklärt, dass das ein Charity Race ist und sie alle nach Seward fahren. Hat prima gepasst und ich konnte mich so etwas mitziehen lassen und von der Gruppe profitieren. Es gab sogar Verpflegungsstationen und da ist auch für mich was zu Essen und Trinken abgefallen :-) Irgendwann ging es dann überwiegend bergauf und das auch ziemlich lange und steil und leider habe ich kein Carbonrad, wie so einige (auch Frauen mit Carbonrennrädernmeistens sind doch eher Männer Materialfetischisten) [вот это да - die Räder], die hier mitfahren. Dann kamen auch noch Moskitos, die mir zeitweise am Anstieg zu schaffen machten. Habs aber überlebt und dann gemeinsam mit der Gruppe (ca. 130 Leute) in Lake Summit gezeltet. 70 km waren auch genug und der See und die Landschaft waren mal wieder ein Ausgleich für die Schinderei.

Nachts hat es dann irgendwann angefangen zu regnen und es fiel mir sehr schwer meinen ganzen Krempel heute morgen im Regen zusammenzupacken und weiterzufahren. Zum Glück hatte ich sehr nette Zeltnachbarn, die mir anboten mein Gepäck nach Seward mitzunehmen. So hatte ich nur ungefähr 10 – 15 kg zu schleppen statt der 35-40 км, was den Tag und die Fahrt im Regen, etwas leichter machte. Jetzt bin ich in Seward angekommen und versuche hier im Moby Dick Hostel mein Zeug zu trocknen. Morgen möchte ich einen Bootstrip und bin gespannt auf die Gletscher und die Tierwelt, die es vom Boot aus zu sehen gibt.

Bären sind mir noch nicht begegnet, wollte gestern meine Essenstasche an einem Seil in den Baum hängen, was gar nicht so leicht ist. Erst ist mein Seil, an das ich einen Stein gebunden hatte, an einem Ast hängengeblieben und ich habe es nicht mehr runterbekommen. Nach dem 10. Wurfversuch im Regen und einem Sturz in den Dreck, habe ich dann aufgegeben und darauf vertraut, dass Bären große Menschenansammlung meiden und meine Packtaschen relativ geruchsdicht sind. Wenn ich alleine zelte, würde ich das aber niemals tun und auch keinem raten.

On the road

Heute bin ich gestartet. Ich dachte, ich hätte minimales Gepäck und trotz Titantasse und Teller ist mein Rad sauschwer und es war kaum alles unterzubringen. Nun ja muss ja auch ein paar Tage mit Selbstversorgung in der Wildnis zurechtkommenalso Wasserfilter, Kocher, etc. ist notwendig.

Hatte heute wunderbares Wetter und bin in Richtung Girdwood auf dem Seward Highway aufgebrochen. Das war erstmal schön, weil ich seit meiner Ankunft eine Straße bis zum Horizont gesehen habe und auch das Gefühl habe, dass es jetzt endlich losgeht.Highway to heaven

Nachdem ich mich an das Gewicht gewöhnt habe und die meiste Zeit Gegenwind und viel Verkehr, hatte, wurde ich anschließend auf einem etwas abgelegenen Radweg mit phantastischer Natur und tollen Sinneseindrücken belohnt. (Wunderbare Fjordlandschaft, Berge mit Schneehauben, Wahnsinns-Wolkenformationen, Regenbogen ).

Ich sage nurWow” – was braucht man mehr, um glücklich zu sein?

Nächstes Ziel ist Sewardmal sehen, wie sich meine Beine anfühlen.

Angekommen!!!

Wow, ich habe es geschafft.

Nach einem wunderbaren Flug über den Polarkreis bin ich fix und fertig in Anchorage angekommen. Mit Hilfe einer Cola konnte ich mein Rad gerade noch zusammenbauen, die Taschen dranpacken und ins Hostel fahren.

Dank meines GPS bin ich auch angekommen. Anschließend hatte ich ein paar Tage Zeit mich zu erholen und mich in Outdoorläden und Baumärkten rumzutreiben.