Licht und Schatten in El Salvador

Natürlich gibt es auch immer mal wieder Tage, wo es nicht so gut läuft, oder wo die Leute dich nur als fahrendes Dollarzeichen sehen. Es passiert auch ab und zu, wenn du nicht vorher nach dem Preis fragst, dass du ein dumpfes Gefühl hast, deutlich zu viel bezahlt zu haben. Eine der häufigsten Fragen die mir gestellt wird ist dann auch die nach dem Preis meines Rades.

Natürlich beantworte ich die nur ausweichend mit Geschenk, keine Ahnung, weil selbst gebaut oder je nachdem was mit sonst noch so einfällt. Der tatsächliche Preis würde die meisten umhauen und denken lassen ich sei super-reich. In der Relation bin ich das vielleicht auch, wenn man bedenkt dass es hier sehr viele Familien gibt, die mit einem Dollar am Tag zurechtkommen müssen und unterhalb der Armutsgrenze leben.
An einem Tag wurde ich von ein paar Hohlbohrern, die ein bisschen dummes Zeug erzählten zu einem Getränk „eingeladen“, was ich am Ende doch bezahlen sollte und sie dann auch zu allem Überfluss kein Wechselgeld hatten. Das macht dann natürlich schlechte Laune und kann einem auch mal den Tag versauen.
Ich bin insgesamt gut und zügig durch El Salvador gekommen und war zwei Tage nachdem ich in El Tunco/La Libertad gestartet war, Weiterlesen

Adios Guatemala – Bienvenidos El Salvador

Insgesamt habe ich ca. drei Monate in Guatemala verbracht, weit länger als gedacht. Ein wunderschönes Land voller Gegensätze. Freundliche Leute, reiche Traditionen aber so viele Besoffene die auf der Straße liegen, habe ich bisher nirgends gesehen. Ich hatte eine gute Zeit hier, eine tolle Gastfamilie in Xela, habe einiges an Spanisch und viel über die Geschichte sowie die gesellschaftliche Situation gelernt.

Obwohl ich mich niemals bedroht fühlte, war es jedoch an vielen Orten ein leicht beklemmendes Gefühl. Haufenweise bewaffnete Security Leute, sogar vor Cafés und häufig vergitterte Läden sind ein Ausdruck der desolaten Lage im Land.

Ein rechtsgerichteter General, der mutmaßlich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwickelt war, ist neuer Präsident. Er will für mehr Sicherheit sorgen und sogleich die Steuern, die auf dem niedrigsten Niveau von Central-Amerika sind, senken.

Wie er das machen will, dafür gibt es kein Konzept.

Ich wünsche dem Land eine stabile demokratische Zukunft und die Veränderungen die dazu nötig sind – das Land und die Leute haben es verdient.

El Salvador

Den Lago de Atitlan verließ ich südlich in Richtung Küste. Die steilen Berge habe ich jetzt erstmal hinter mir, anstelle Kaffeepflanzen dominiert hier unten das Zuckerrohr, welches von riesigen Trucks abtransportiert wird. Weiterlesen