Ratzfatz nach León

Im Hotel gibt es kein fließendes Wasser, nur Wasser aus Fässern. Ich bekomme vom Hotelier 10-12 kleine Beutel mit Trinkwasser geschenkt, die ich mühevoll in meine Flaschen fummele.

Um 8 Uhr bin ich endlich auf der Straße und rolle flach auf schnellem, guten Asphalt in Richtung Chinandega. Hurricane Mitch hat 1998 eine Schneise der Verwüstung in Centralamerika angerichtet und so mussten auch etliche Straßen mit Hilfe ausländischer Gelder erneuert werden.

Wikipedia schreibt hier:„Vom 22. Oktober bis zum 8. November wütete er in Mittelamerika, wobei ca. 11.000 Menschen ums Leben kamen. Honduras und Nicaragua waren die am schwersten vom Hurrikan getroffenen Länder.“„ Die volkswirtschaftlichen Schäden werden auf 7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Mitch ist der tödlichste Hurrikan seit dem Großen Hurrikan von 1780.“

Weitausladende Bäume spenden manchmal ein wenig Schatten, aber oh Wunder es ist etwas bewölkt und deshalb brennt die Sonne nicht so stark. Was eine Wohltat, ich fahre seit einer Weile nur mit einem Tuch unter dem Helm. Der Nacken ist einfach sonst sehr der Sonne ausgesetzt besonders wenn man hinten keine Matte trägt. Rechts und links gibt es schöne Aussichten auf Vulkane, Flüsse, Zuckerrohrfelder, Baumwolle.

Einfache Bretterhütten mit Plastikplanen säumen den Weg. Nicaragua ist das ärmste Land in Zentralamerika und nach Haiti das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. Trotzdem sind hier keine Leute auf der Straße, die betteln, es gibt weniger Waffen und Gitter und trotzt seiner Armmut ist es hier relativ sicher.

Ich komme so schnell voran, dass ich schon zur Mittagszeit in Chinandega bin, was ich mir als Ersatzetappenziel aufgehoben hatte, sollte ich es nicht bis León schaffen. Hier esse ich ein leckeres Mittagessen in einem Comedor und fahre dann schon nach kurzer Pause weiter in Richtung León. Um drei Uhr Mittags habe ich bereits 110 كم, eine Schnitt von über 20 km auf dem Tacho und mein Etappenziel locker erreicht.

Hier gönne ich mir erstmal ein kleines,wohlverdientes Päuschen und lasse meinen Bienenstich abheilen.

Von Honduras in 1,5 Tagen nach Nicaragua

Trotz spätem Start, langer Warterei an der Grenze kann ich über 100 Kilometer fahren und komme bis Choluteca in Honduras.

An der Grenze lange Warterei für die Ausreise aus El Salvador, viele zwielichtige Gestalten, Geldwechsler und sonstiges Pack. Dubiose Gestalten bieten sich als Abfertigungsbeschleuniger für die Grenze an. Erst für fünf, dann für drei Dollar. Kein Bock, ich bin genervt. Auf der Seite von Honduras geht es wesentlich schneller, dafür steht neben dem Schalter ein Generator und macht einen Höllenterror, ich kann kaum verstehen was die Grenzbeamtin will. مواصلة القراءة