Ich will raus! (aus Cali)

Streik und Unruhen in Kolumbien, Whirlpool statt Salsa

In Kolumbien wird seit knapp zwei Wochen landesweit gestreikt. Viele Fernstraßen und somit wichtige Versorgungswege sind blockiert, manche Lebensmittel sind bis zu 100 % teurer geworden oder in einigen Landesteilen gar nicht mehr zu bekommen. Ein Grund für den Streik sind gestiegene Kosten für die Bauern und gleichzeitiger verstärkter Wettbewerb durch mehrere Freihandelsabkommen. (z.B. mit USA und Europa)

Anscheinend werden Bauern in Kolumbien gezwungen nur noch zertifiziertes Saatgut zu benutzen z.B. genverändertes Weiterlesen

Zwei Himmelhunde auf dem Weg zum Nevado del Ruiz

Über die Cordillera Central nach Salento

Die Straßenblockade war überwunden, mittlerweile war es ordentlich heiß und die einzige Möglichkeit weiter zu kommen war steil bergauf – es half alles nichts. Das neue Thermometer zeigte 40° Grad C. Nach einer Weile bergauf und viel Schweiß kamen wir ziemlich ausgehungert in Padilla an, ein Miniort. Leider gab es nicht richtiges zu Essen, doch freundliche Besitzerin einer kleinen Tienda erkannte unsere Not und kochte uns was zu essen – genial. In Líbano durften wir bei den Bomberos, der Feuerwehr, duschen und übernachten. Wir waren jetzt auf 1700 m Höhe und hier war es schon wieder etwas kühler.

Nach-Manizales-008

Abreise in Murillo

Der nächste Tag brachte uns nach anstrengenden 24 km bergauf ins schöne Murillo (3000 m), wo wir im Casa Murillo übernachteten, meiner bisher günstigsten offiziellen Unterkunft in Kolumbien für 8000 Pesos (ca 3,30 €) Wir waren jetzt schon mitten in der wunderschönen Eje Cafetero und es gab hier endlich guten Kaffee zu trinken aus meist antiken Kaffeemaschinen. Ein sehr schöner kleiner Bergort mit den typischen bunten Hausfassaden. Weiterlesen

Adios Bogotá

Großstadteindrücke, ein Kurzzeitteam, Straßenblockade

Im Nachhinein kann ich nicht sagen, ob ich Bogotá mag oder nicht. Es gibt dort schon einiges zu tun und zu sehen, aber zum Leben gibt es schönere Orte. Wie den meisten Großstädten muss man natürlich aufpassen, wo man hinläuft, die Luft ist schlecht, der Verkehr unerträglich, es gibt viel Armmut, etc. Eine Weile wohnte ich bei meinen Freunden und dann im Hostel Bakano in der Candelaria. Auf der Straße sind immer die gleichen Bettler, die Frau mit den Elefantenbeinen, der Mann, der fast keine Arme und Beine hat und mitten auf dem Weg sitzt. Es ist teilweise schon ziemlich krass wie manche ihre Behinderung zur Schau stellen, aber wahrscheinlich eine Überlebensstrategie.

Vor meiner Abreise gab ich noch eine Diashow im Instituto Colombo-Aleman und wurde von Juan, dem Bergsteiger den ich im Park El Cocuy kennenlernte, zum Klettern nach Suesca eingeladen. Das erste Mal an einer 80 Meter Steilwand, aufregend. Ich hatte aber volles Vertrauen in Antoine, Schweizer, Geologe und Bergführer mit 40 Jahren Klettererfahrung, der uns sicherte.

Aber zurück nach Bogotá: Zum Schluss war ich latent genervt. Das schlechte Frühstück, den miesen Pulverkaffee im Hostel, die netten Mädels, die dort arbeiteten, aber 80 % ihrer Arbeitszeit am Telefon oder mit Facebook verbringen. Weiterlesen

Von der Karibik in die Anden

Verletzung, Aufenthaltsverlängerung, Besuch bei Magura Bikes

Nicht zuletzt auch getrieben durch meinen ablaufenden Aufenthaltsstatus und die Hitze in Cartagena. (an manchen Tagen habe ich 5-mal geduscht!!!) verließ ich die Karibik erst in südlicher Richtung und dann in Richtung Osten um entlang des Rio Magdalena zur Ostkordillere zu kommen. Nach MompoxDie alternative Strecke gilt als landschaftlich reizvoller und als Alternative zur stärker befahrenen Panamericana. Sie ist zwar auch ca. 600 km länger und anspruchsvoller, aber was solls- ich habe ja Zeit.

Tatsächlich bin ich schon um 4:30 Uhr aufgestanden, um der Hitze zumindest zeitweise zu entkommen. Bis ich mich dann von allen verabschiedet hatte, gefrühstückt, den ganzen Krempel zusammengepackt, Weiterlesen

Shakira, Sex und Drogen…

…Pablo Escobar, Kokain, die schönsten Frauen der Welt, plastische Chirurgie, FARC, Entführungen, Íngrid Betancourt. Das sind Dinge, die einem spontan in den Kopf kommen, wenn man an Kolumbien denkt.

kleiner Regenguss

Ich bin jetzt schon zwei Monate in Kolumbien und ich glaube jetzt schon sagen zu können, dass es mein bisheriges Lieblingsland ist.

Kolumbien hat noch immer einen sehr schlechten Ruf und wird von vielen gemieden, obwohl sich in den vergangenen Jahren in Puncto Sicherheit vieles verbessert hat. Die großen Drogenkartelle sind zerschlagen und die FARC, die bewaffnete, linke Guerilla, weitgehend zurückgedrängt. Wie viele andere lateinamerikanische Länder erlebte Kolumbien einen langen, grausamen und sehr brutalen Bürgerkrieg, die sogenannte „Violencia“. In diesem Bürgerkrieg kämpften die Mitglieder der konservativen gegen die der liberalen Partei. Dieser Bürgerkrieg ist unter anderem Thema in Gabriel Garcia Marquez’ Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“, was ich gerade lese.

Von all dem merkt man in Cartagena de Indias, der befestigten Stadt, die für viele als die schönste Stadt Lateinamerikas gilt, wenig. Weiterlesen